Bondhusdalen

Ein zauberhaftes Tal im Folgefonna-Nationalpark

Der Bodhusbreen liegt im Folgefonna-Nationalpark. Dieser Park lässt mich seit 3 Jahren nicht los. Im Internet habe ich Bilder gesehen, die –ohne Witz- mit Engelskehlchen nach mir riefen: „Regina, besuch mich! Genieß meine atemberaubende Landschaft und werde eins mit der Natur!“

Von Odda aus fahren wir über die Rv550, weiter auf die Rv551, durch einen 11 km-langen Tunnel und nach links auf Sunndalsvegen. Vom Parkplatz bietet sich uns ein motivierender Blick auf den Gletscher. Von hier aus haben wir laut Internet die Wahl zwischen 2, 4 und 6 Stunden Wanderung (Hin- und Rückweg). Die Schwierigkeitseinstufungen gehen von einfach bis herausfordernd. Diese Auswahl ist das was wir brauchen, schließlich können wir nach ewiger Wanderpause unsere Kondition nicht wirklich abschätzen. Also vom Parkplatz ist das Panorama einfach wow. Damals war es sicherlich noch schöner, aber wir bleiben fröhlich.

Bondhusvatnet

Die ersten Schritte in das Bondhustal hinein, erinnern mich an Heidis Alm. So habe ich mir ihre Heimat vorgestellt und auch mein Herz würde paar Takte schneller schlagen, wenn ich hier wohnen würde.

Unser Ziel ist Bondhusvatnet. Ein türkisblauer See malerisch inzwischen der umwerfenden Berge eingelassen. Hier sind wir nach 1 Stunde Wanderung und können bestätigen, dass der Weg für unkonditionierte Wanderer leicht zu bewältigen ist. So schnell haben wir es nicht erwartet. Auf einer Tafel las ich, dass wir in einer weiteren Stunde bei der Gletscherzunge sein können. Achja? Dann wollen wir mal auch dorthin los, wenn wir ohnehin hier sind.

Bondhusbreen

Das war aber niemals nur eine Stunde. Vom Bondhusvatnet haben wir noch ca. 3 Std. bis zur ausgeschilderten Warnung vor dem Gletscher gebraucht. Und vom Schwierigkeitsgrad war es eine Stufe höher. Vermutlich hat die Beschilderung seiner Zeit gestimmt, als die Gletscherzunge länger war. Der Wanderweg führte uns durch 18 Serpentinen. Das Wetter war absolut auf unserer Seite und die Mücken leider auch, wenn wir auch nur eine Minute uns hinsetzen wollten. „Ganz oben“ angekommen versteckte sich der Gletscher hinter den Bergen. Dafür war der Blick auf die zurückgelegte Strecke und das Rundblick mindestens genauso schön! Hier können wir sogar mückenlos pausieren und uns stärken.

Für den Rückweg haben wir knapp 2 Stunden gebraucht. Nachdem ein Norweger an uns bergab vorbei gejoggt ist, sind wir auch streckenweise gelaufen. Die Füße taten uns ja gewiss weh. Und obwohl wir nun so viele Stunden unterwegs waren, schien mir das Joggen leicht zu fallen. Ich fühlte mich als hätte ich darüber hinaus so viel Energie im Petto, ungeachtet dessen, dass ich eine halbe Stunde zuvor noch k.o. war. Als wir dann unser Wohnmobil im Blickfeld hatten, nahm der Schmerz an unseren Füßen mit jedem nähernden Schritt zu. WoMo auf, hinsetzen, Schuhe und Socken ausziehen und lachen. Danach war gute Laune pur angesagt. Gleichzeitig waren die unteren Extremitäten unbrauchbar. Kein Grund aufzugeben. Auf diesem Parkplatz darf man nämlich nicht campen. Von daher fahren wir die RV551 weiter runter, parken an der Straßenseite und feiern mit Musik und Alkohol in Andis Geburtstag hinein.

Fazit

Insgesamt waren wir ca. 8 Stunden unterwegs, inklusive Pausen, Fotos machen, Füße abkühlen und snacken. Der Bondhussee war hier unser Highlight. Die Erwartung dem Gletscher nach einer (für unsere Verhältnisse) langen Wanderung näher zu kommen sind enttäuscht worden. Vom Weiten hatten wir einen besseren Blick als nach so unzählig verbrannten Kalorien. Trotzdem war es schön.

 

 

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