Mai Ausbildungswochenende

Ausbildungswochenende Mai Yogalehrerausbildung

Teil 3 von 9 meiner Yogalehrerausbildung

Freitag

Wie immer freue ich mich auf dieses Wochenende voller Yoga-Ausbildung und die Kollegen dort. Heute hätte ich sogar super wenig Freizeit dafür in Kauf genommen, hauptsache ich bin dabei!

Wir beginnen mit Hatha-Vinyasa bei Bernadette. Nun bin ich ein wenig verwirrt. Wie sonst auch oft, ist Surya Namaskar (Sonnengrüße) eingebaut. Weil wir bisher auch viel Ashtanga besprochen haben und ich mich an Surya Namaskar dabei gewöhnt habe, läuft dieses ein wenig anders ab. Hier merke ich, dass ich morgen nochmal genauer nachfragen muss.

Gut, dass es heute etwas ruhiger zuging, weil ich nämlich noch anschließend zum nächsten Termin muss.

Samstag

Der heutige Tag beginnt mit einer Krankheitsvertreterin, die mit uns Vinyasa Flow macht. Hier merke ich den Unterschied zum Ashtanga besonders. Im Ashtanga gibt es eine festgelegte Reihenfolge in einer Serie, was man wann wie lange und wie oft macht. Im Vinyasa Flow und auch im Hatha weiß man gar nicht welche Asana (Haltung) gleich kommt und wie viel Kraft man darein setzen muss. Hier ist als Peakpose die Supta Virasana, auf die die Lehrerin, deren Namen ich vergessen habe, uns in dieser Stunde vorbereitet hat. Nur wenige von uns schaffen es in die Haltung. Ich gehöre noch nicht dazu. Und nachdem wir schon so viele Yoga-Stunden bei Bernadette hatten, ist es gewöhnungsbedürftig von jemand anderen unterrichtet zu werden. Von der heutigen Stunde nehmen ich Thai-Yoga mit. Das bedeutet, dass sobald der Schüler im Shavasana (Schlussentspannung) liegt, der Lehrer mit einigen Handgriffen zur tieferen Entspannung verhilft. Sei es über die Stirn streichen, eine kleine Kopfmassage oder die Schultern sanft zum Boden drücken. In dem Augenblick spürte ich Frieden und tiefere Entspannung.

Als nächstes besprechen wir den genauen Aufbau einer Yogastunde (Sequencing). Hier erfahren wir auch nochmal den großen Unterschied zwischen Ashtanga und Hatha, vorallem in den Sonnengrüßen. Der Unterschied ist echt riesig. Und ich finde es super, dass das Hauptaugenmerk unserer Ausbildung auf diesen beiden Yoga-Richtungen liegt. In wie fern sich die beiden vom Vinyasa-Flow absetzen, lernen wir ebenfalls.

Nach der Mittagspause folgt ein Thema, was ich auch super finde: Chakren – Mantren, Farben, Funktion, Asanas. Meine Begeisterung entspringt der Theorie der Überschneidung der Chakren mit dem Nervensystem, den Hormondrüsen und den Meridianen (die bei Akupressur usw. stimuliert werden). Zu Chakren gibt es leider viele verschiedene Theorien, die sich teilweise widersprechen. Letzten Endes ist es wichtig in sich selbst hineinzuhorchen und sich selber zu vertrauen. Und der Pluspunkt vom Yoga ist, dass auf den gesamten Menschen geguckt wird. Samt Psyche, Anatomie, Esotherik usw. Es ist nämlich nicht nur der Kopf wichtig, oder nur die inneren Organe, oder die Knochen, sondern einfach mal alles zusammen.

Um die vorige Theorie und Praxis abklingen zu lassen, malen wir Mandalas aus. Hört sich im ersten Moment seltsam an. Es ist jedoch eine Form von Meditation und visualisiert die Chakren. Mal ganz ehrlich: erinnerst du dich daran, wann du das letzte Mal ein Mandala ausgemalt hast? Wenn ja, dann ist dir sicherlich noch im Gedächtnis geblieben wie vertieft du darin warst und dich so ruhig dabei gefühlt hast. Diese Empfindung kommt heute im „Erwachsenenalter“ seltener vor, oder?

Sonntag

Heute starten Isabell und ich mit unserer gemeinsamen, klassischen Hatha-Yoga-Stunde. Gestern Abend habe ich noch 1 Stunde lang die Hatha-Sonnengrüße trainiert und verinnerlicht. Ursprünglich waren Ashtanga-Sonnengrüße geplant. Weil ich seit gestern den riesen Unterschied kenne, akzeptiere ich kein Pardon und ändere meinen Plan ab. Die Aufregung versuche ich zu ignorieren und starte in unser Praktikum. Das geplante Surya Namaskar habe ich sogar fast vergessen anzuleiten. Als ich zu Isi schielte, versuchte sie mich in Zeichensprache darauf aufmerksam zu machen. Ich baute es schnell noch an einer anderen Stelle ein. Nach meinen 45 Minuten, war meine Partnerin dran. Ich war so stolz auf sie. Den Übergang zwischen uns beiden hat sie so wunderbar gestaltet, dass es der Stunde keinen Abbruch getan hat nach der Halbzeit plötzlich eine andere Person vorne stehen zu haben. Das Feedback dazu finde ich bestärkend und gleichzeitig hilfreich.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand Methodologie und Ethik der Yoga-Lehre auf dem Plan. Während unserer Ausbildung lernen wir nicht nur, wie man ein*e Yogi*ni wird, sondern was wichtig ist, wenn man in die Rolle des Lehrers schlüpft. Ich persönlich finde auch diesen Teil spannend. Als Lehrer wird man nämlich oft mit Situationen konfrontiert, in denen Bescheidenheit und Sanftmut entscheidend sind.

Danach schließen wir die Technik der stehenden Haltungen beim Sonnenschein auf der Wiese ab und lernen noch die Besonderheiten von Surya Namaskar. Es gibt ebendort pro Asana (Haltung) ein Mantra. Die Sonnengrüße sind infolge Sonnengebete und der Sonne huldigen Yogis in Form von Körperübungen und Glaubensbekenntnissen auf Sanskrit.

Nach der Mittagspause kommen wir zur siebten Yoga-Praxis-Stunde an diesem Wochenende. Bisher waren es immer drei gewesen. Diese Stunde wurde von zwei anderen Azubis zum Thema Ashtanga gestaltet. Ashtanga verlangt dem Praktizierenden durchgehend angespannte, durchgestreckte Beine und einen eingezogenen Bauch. Die beiden haben die Stunde sehr sympathisch und humorvoll gestaltet, sodass ich trotz wenig verbliebener Kraft meine letzten Energiereserven dafür geplündert habe. Aus diesem Grund bin ich dann wahrscheinlich in der Endentspannung eingeschlafen.

Es war mal wieder schön. Ob ich im Juni dabei sein kann, weiß ich noch nicht, weil mein Freund und ich am Freitag die Rückreise aus Norwegen antreten. Hoffentlich schaffe ich es zeitlich.
Norwegen? Glückliche Menschen, wunderschöne Landschaft.. was wir dazu sagen, kannst du in meinem Travel-Blog nachlesen.

Unsere Hausaufgabe bis zum nächsten Ausbildungswochenenede:

  • Kapitel 5 und 6 der Bhagavad Gita zu lesen
  • Neti Lota (Nasendusche) besorgen und ein Mala (Gebetskette) kaufen/ausleihen
  • eine Asana aussuchen, die jeden Tag zw. 3 – 9 Minuten gehalten wird
  • vedische und tantrische Mantren für die 7 Haupt-Chakren auswendig lernen.

Für welches Thema brennst du? Wo beißt du dich trotz schlafloser Nacht gern durch und bereust keine einzige Minute?

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