Yoga-Stile

Yogastile Yogaarten
  Yoga ist nicht gleich Yoga. Weil es ein Lebensstil ist, gibt es nicht nur unterschiedliche Arten von sportlicher Betätigung, sondern auch Wege zu Leben und zu Handeln.

Mit diesem Hintergrund vervollständige ich in diesem Beitrag die Liste der Stile. Die kann so unendlich lang sein. Unter Anderem möchte ich folgende erklären:

Ashtanga Yoga
Im Vergleich zu den anderen Stilen wird es von meinen Kollegen als militärisch und dogmatisch beschrieben. Die Reihenfolge jeder Asana (Haltung) festgelegt. Hier sind durchgestreckte und angespannt Arme, Beine, ein gerader Rücken besonders wichtig. Gleichzeitig hält man idealerweise die ganze Stunde durch das Mula- und Uddiyana Bandha (Beckenboden angespannt und Bauch eingezogen). Alleine beim Surya Namaskar (Sonnengrüßen) gerät man schon aus der Puste. Zugleich fließt man im sitzenden Teil von einer Haltung in die nächste mit einem Vinyasa, welches gewährleistet, dass der Praktizierende für die Dehnübungen warm bleibt und nicht abkühlt. Dieses Vinyasa ist anspruchsvoll. Es gibt 3 Serien, die vom Schwierigkeitsgrad aufeinander aufbauen. Auch in der Primary Series (ersten Serie) sind Hilfsmittel (Gurte und Blöcke) nicht vorgesehen. Sie werden aber dennoch zum Wohl des Schülers angeboten. Man schreitet von einer Asana in die nächste, erst dann fort, wenn die vorangehenden Asana perfektioniert ist. Wenn man auf die Perfektion zutrainiert, dann trainiert man anhand der „Zielasana“. Vorbereitende Asanas sind ursprünglich nicht im Sinne.

Bhakti Yoga

Die persönliche und liebende Hingabe zu Gott.

Bikram/Hot Yoga

Hier findet Yoga in einem 35-40°C heißem Raum stattfindet, in dem 26 Übungen nach einer festgelegten Serie durchlaufen werden.

Hatha-Flow

s. Hatha-Yoga – diese Stunden haben einen fließenden Charakter und z.B. anhand eines halben Sonnengrußes gestaltet man einen fließenden Übergang von einer in die nächste Asana.

Hatha Yoga

Ganzheitliches Yoga: Besteht aus Satkarma/Kriya (Reinigungsübungen), Asanas (Haltungen), Pranayama (Wechselatmung), Meditation/Konzentration. Von Asana zu Asana braucht man nicht zu „fließen“. Hier gibt eine Peakpose oder Themen, auf die man die Stunde unterschiedlich gestalten kann. Während dieser Stunde werden Drishti (Blickpunkte), Mudra (Fingerpositionen) und Bandha (Energieverschlüsse) aktiv berücksichtigt.

Die Beine dürfen hier auch gebeugt sein.

Jnana Yoga

Der Weg der Erkenntnis durch Studieren der heiligen Schriften, um sich Wissen anzueignen. Dadurch soll die letzte Wahrheit erfahren werden, um dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen.

Karma-Yoga

Wohltätige Taten frei von Erwartungen einer Gegenleistung oder eines Vorteils für sich selbst. Tun des Tun willens. Weg des Handelns genannt.

Kundalini Yoga

Ziel des Kundalini Yogas ist es, vom Wurzelchakra, die Energie durch alle 7 Hauptchakren bis ins Sahasrara-Chakra (Scheitelchakra) aufsteigen zu lassen. Wenn die Energie dort angekommen ist, gelangt der Yogi zur Erleuchtung. Das Aufsteigen der Energie ist durch Lösung von Blockaden und Reinheit möglich.

Mittel zum Zweck sind hier Asanas (Körperhaltungen), Pranayama (Atemtechniken), Mudras (Fingerstellungen), Mantras (Klangkörper) und Visualisierungen.

Raja Yoga

Die Beherrschung des eigenen Geistes. Im Sinne des Ashtanga Yoga lernt der Yogi erst seinen Körper zu beherrschen, um anschließend an seinem Geist zu arbeiten.

Sivananda-Yoga

Nach Swami Sivananda aus Risihikesh benannt. Auf Hatha-Yoga basierend nach einer Rishikesh Reihe. Vorgeschriebener Ablauf von Asanas (Haltungen) mit Savasana zwischendurch, um die Wirkung der Haltung nachzuspüren.

Vinyasa

Hat ebenfalls einen fließenden Charakter wie im Hatha Flow. Hier liegt die Konzentration auf der Verbindung zwischen Haltung und Atmung.

Im Ashtanga-Yoga sind es die Zwischensequenzen, um den Körper während der sitzenden Haltungen warm zu halten.

Yin-Yang-Yoga

Basiert auf Muskelkraft, mit dessen Hilfe eine Asana min. 3 Minuten gehalten wird. Es dient der Kräftigung und der Konditionierung.

Yin Yoga

Yin-Yoga basiert auf Schwerkraft und nicht auf Muskelkraft. Man bleibt in einer Asana min. 3 Minuten und dehnt sich hauptsächlich. Um aus dieser lange gehaltenen Asana herauszukommen ist Vorsicht geboten, um die Dehnung nicht zu zerren und sich zu verletzen.

Yoga-Nidra

Durch einen detaillierten Bodyscan im Savasana („Totenstarre“/liegender Entspannung) in Verbindung mit einer Phantasiereise in die Natur und positiven Affirmationen, soll das Ziel erreicht werden in einen Zustand zwischen Schlaf und Wach zu kommen. Danach sollte der Praktizierende mit weniger Schlaf genauso erholt sein, weil sich sein Körper während des Yoga-Nidra entspannt und ausgeruht hat.